Dritte große Depotsanierung im Großraum Frankfurt bekommet neuen Schwung
– Lofts statt Lokomotiven; in Bad Homburg wird aus dem historischen Lokschuppen eine charmante Bürofläche
Frankfurt, 20.09.2007 – Nach dem erfolgreichen Start der Sanierungen und Umbauten der Straßenbahndepots in Sachsenhausen und Bornheim steht jetzt auch der Umbau des Lokschuppens in der Kurstadt Bad Homburg in den Startlöchern. Ein neuer planungsreifer Bebauungsplan gibt Hinweise auf die nächsten Schritte des ehrgeizigen Bauprojekts rund um den Bahnhof. Neben der Restaurierung des denkmalgeschützten Lokschuppens und des Bahnhofsareals sollen dort zusätzliche hochwertige Gewerbeflächen für Büro und öffentliche Nahversorgung entstehen. Die FHL GmbH ist sowohl für die Entwicklung des Depots in Sachsenhausen als auch für das neue Projekt des Lokschuppens zuständig.
Da moderne Züge viel weniger Platz als ihre Vorgänger benötigen, stehen seit einigen Jahren immer mehr Straßenbahndepots für neue Nutzungen zur Verfügung. Besonders die historisch-schönen Depots im Herzen der Städte sind dabei für Projektentwickler von großem Interesse. Im Großraum Frankfurt liegt im Moment das Augenmerk auf dem Bahnhofsprojekt in Bad Homburg und besonders auf der Sanierung und Umnutzung des historischen Lokschuppens. Die Vorliebe von Kaiser Wilhelm II. bescherte der Kurstadt 1907 den eigenen Fürstenbahnhof mit repräsentativen Bahnhofsgebäude im Stil der Neurenaissance sowie den inzwischen denkmalgeschützten Lokschuppen, in dem nach der Jahrhundertwende zahlreiche Züge repariert und aufbereitet wurden.
Als erste Umsetzung der anspruchsvollen Sanierung wird die historische Eisenbahnwerkstatt als geräumiges Loftgebäude im traditionellen Ambiente Büros für kreative Köpfe bereitstellen, die es in unmittelbarer Nähe von Frankfurt ein bisschen exklusiver mögen. Ein überarbeitetes Konzept und fortgeschrittene Verhandlungen mit interessierten Nutzern geben dem Gemeinschaftsprojekt der FHL GmbH und der TaunusSparkasse neuen Schwung. Schon 15-18 Monate nach der 40-50% Vorvermietung ist die Fertigstellung des ehrgeizigen Projektes, in das ca. 15 Mio. Euro investiert werden, geplant. NAI apollo betreut im Alleinauftrag die Vermietung des Objektes und sucht zusätzlich zu den ersten Interessenten, die bereits verschiedene Flächen anvisiert haben, weitere Unternehmen, die ausgefallene Loft-Objekte mit historischen Charme zu schätzen wissen.
Das Frankfurter Architekturbüro Karl Dudler hat Anfang des Jahres den Auftrag für die Planung und Gestaltung der Liegenschaft bekommen. In Absprache mit dem Denkmalschutz wird das Unternehmen den Lokschuppen sanieren und in den historischen Räumen moderne Kommunikationswelten entstehen lassen. Die ursprüngliche, inzwischen überarbeitete Planung sah bereits die Erweiterung der Nutzflächen durch neue Bausubstanz vor. Die 2.424 qm des historischen Gebäudes werden durch einen 2.887 qm großen Neubau ergänzt. Das Konzept des Lokschuppens schafft somit auf fortschrittliche Weise eine Verbindung zwischen authentischer Industrieromantik und der Moderne.
Auf zwei Etagen wird im Lokschuppen eine neue Arbeitswelt im Loft-Design angelegt, die sich in ca. 800 qm große Büroflächen aufteilen lässt. Große Innen- und Außenglasfronten sowie die offene Struktur des Gebäudes schaffen eine helle und freundliche Atmosphäre und sollen die Kommunikation fördern. Die zahlreichen Verbindungswege zwischen den Arbeitsbereichen begünstigen den Austausch sowie die Zusammenarbeit der Mitarbeiter. Durch die komplette Restrukturierung des vorhandenen Baukörpers und die flexible Bauweise des Neubaus, der Mietflächenteilungen ab 250 qm vorsieht, haben zukünftige Nutzer maßgeblichen Einfluss auf die Gestaltung der Büroflächen sowie die technische Ausstattung.
Aufwertung des Bahnhofsareals
Der neue Bebauungsplan, der die Restaurierung und den Ausbau des südlichen Bahnhofgeländes in Bad Homburg vorsieht, wird der Umgebung des Lokschuppens in naher Zukunft noch mehr Atmosphäre und Leben verleihen. Nach abgeschlossener Offenlegung wird nach jetzigem Kenntnisstand der Satzungsbeschluss bis Ende des ersten Quartals 2008 erwartetet.
Neben der Restaurierung des denkmalgeschützten Areals, mit den Bahnhofsbauten, dem Empfangsgebäude mit Uhrturm, dem Fürstenbahnhof sowie dem Betriebsgebäude mit Wasserturm sollen neue hochwertige Büroflächen geschaffen werden. Wenige Gehminuten vom Zentrum der Kurstadt entfernt, entsteht damit der Kern eines attraktiven innerstädtischen Gewerbegebiets.
Vorausgegangene Depotsanierungen in Frankfurt
Erfolgreiche Großprojekte wie in Bornheim und in Sachsenhausen gelten als Vorbilder für die Entwicklung in Bad Homburg. Die Sanierung und Neugestaltung der Straßenbahndepots in den Frankfurter Stadtteilen ist bereits in vollem Gange.
Am Südbahnhof wird das ehemalige, zum Teil denkmalgeschützte Straßenbahndepot derzeit für 40 Mio. Euro in ein gemischt genutztes Ensemble mit Büros, Wohnungen, Geschäften und 120 Parkplätzen umgebaut. Entwickelt wurde die gesamte Umsetzung von der FHL GmbH. Das 8.300 qm große Areal wird mit einer Bruttogeschossfläche von 14.500 qm ausgestattet. Hauptmieter sind die Redaktion der Frankfurter Rundschau, ein Rewe-Markt sowie die Stadtbibliothek. Der Nutzungsmix ist ein Beispiel für eine viel versprechende Revitalisierung eines Stadtteilzentrums. Auch die Entwicklung in Bad Homburg stützt sich auf eine Mischung aus Büro, Einzelhandel und Gastronomie.
In Bornheim ist derweil die Sanierung des 1906 erbauten Straßenbahndepots in den letzten Zügen. Insgesamt werden 39 Mio. Euro in das ca. 10.000 qm große Areal investiert, dessen Fertigstellung bereits Ende diesen Jahres geplant ist. Um den Charme des historischen Depots nach außen hin zu erhalten, wird die traditionelle Straßenfassade aufbereitet und saniert. Im Inneren wird die unter Denkmalschutz stehende Wagenhalle vollständig abgebaut und restauriert, während das altertümliche Wohnhaus und das ehemalige Aborthäuschen der Straßenbahnschaffner erhalten bleiben und zeitgemäß umgebaut werden.
Am Bad Homburger Lokschuppen wird ebenfalls mit Respekt vor den alten Strukturen und Handwerkskünsten vorgegangen. Geplant ist die behutsame Sanierung der Giebelwand sowie der alten Toranlagen und auch die historische Fassade aus rotem Mainsandstein wird vollständig erhalten bleiben.
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